Meinen allerersten Maine Coon Kater kaufte ich in Marl, die Züchterin wohnte allerdings in Warstein und hatte in Marl eine Freundin zu der sie gefahren ist mit all ihren Kitten. 4 waren es damals. Es war für uns zwar außergewöhnlich aber wir dachten nicht weiter darüber nach, also fuhren wir an einem Sonntag nach Marl. Wir wurden herzlich empfangen und bewirtet. Es war sauber und auch noch andere Tiere vorhanden, die allerdings der Freundin gehörten, die angeblich im Tierschutz Marl wäre.

Die Kitten waren munter und spielten was das Zeug hält, ich verliebte mich in einen Blue Tabby weiß, meinen John. Da ich der Dame bereits am Telefon sagte, dass ich Liebhaberin sei und niemals die Absicht hätte zu züchten, sagte sie mir, dass sie ihn dann ohne Papiere verkaufen würde. Für Kitten von ihr, die in eine Zucht gingen würde sie Papiere beantragen. Mir war es egal, ich wollte ihn nur liebhaben. Also bezahlten wir 300 Euro und ich nahm mit Tränen in den Augen voller Glück meinen John mit.

Zuhause angekommen machte er sich erst einmal übers Futter her, trank und entdeckte die Welt hier. Alles war sehr schön und positiv. Morgens sah ich das er voller verschmierten Durchfall war. Ich machte ihn sauber und wartete darauf, dass er das Klo benutzte. Es war Durchfall vom feinsten. Ich rief die Züchterin an und teilte ihr dies mit. Sie meinte es wäre von der Umstellung. Da ich ihn aber täglich wog und er immer mehr abnahm, konnte dies nicht sein. Also ab zum Tierarzt. Diagnose: Giarden. Die haben wir dann erfolgreich behandelt. Kurz danach bekam er Katzenschnupfen. Wieder ab zum Tierarzt, auch erfolgreich behandelt. Dann fing er immer wieder an zu erbrechen. Zuerst dachten wir uns nichts dabei, denn Katzen erbrechen nun mal ab und an. Dann erbrach er immer häufiger und es stank wie alte Socken und ich weiß aus Erfahrung bei Hunden, das es dann sehr oft die Bauchspeicheldrüse ist. Zusätzlich war der ganze Rachen entzündet. Wieder auf zum Tierarzt. Der machte erst einmal ein großes Blutbild um andere Krankheiten auszuschließen, zum Glück war dieser negativ. Er erbrach ständig und es war sehr, sehr schwer an ihn was dran zu bekommen. Dann ging es wieder Monate gut bis der nächste Schub kam. Dann lag er eines Morgens vollkommen apathisch in der Ecke. Wir haben ihn eingepackt und ab zum Tierarzt. Über 40 Grad Fieber. Gut, auch das haben wir geschafft. Dann eines Morgens erbrach er wieder und wieder, er lag nur rum und nahm kaum etwas wahr. Also dachte ich: "Ok, John, es wird wieder Zeit für Deine Spritze." Ja, so dachte ich. Ich nahm meinen John, wickelte ihn in eine Decke und brachte ihn zum Tierarzt. Doch diesmal war es unser letzter gemeinsamer Ausflug. Diesmal konnte man nichts mehr für ihn tun. Die Bauchspeicheldrüse hatte komplett aufgeben und es waren Metastasen bereits auf der Lunge. Da stand ich nun bei meinem Tierarzt und konnte mich kaum halten vor Tränen mit meinem John im Arm. Ich hielt in meinen Armen bis er seine Reise angetreten hatte.

John durfte nur 4 Jahre alt werden. Die "Züchterin" hat nie auf meine verzweifelten Mails geantwortet und sich auch nicht auf meine Nachrichten, die ich ihr immer wieder auf den Anrufbeantworter gesprochen habe, gemeldet.

Mir laufen immer noch die Tränen und ich vermisse meinen John sehr.

Andrea Gerhardt