Frühkastration

Frühkastration ist ein sehr schwieriges Thema, für den Tierschutz ein wichtiges Mittel um unnötiges Leid zu vermeiden, es gibt keine echten Alternativen um der unkontrollierten Vermehrung Einhalt zu gebieten.

Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es keine Langzeitstudien, die beweisen würden, dass die Frühkastration (bei Katzen) unbedenklich ist. Eine Studie, auf die sich gerne bezogen wird, ist von der "Winn Feline Health Foundation". Diese Studie wurde mit 30 Tieren auf drei Gruppen verteilt durchgeführt. Der wissenschaftliche Anspruch ist hier sehr dünn, auch über die Langzeitfolgen kann hier noch nichts gesagt werden, da die Studie aus dem Jahr 2008 ist.

Wir haben einige Rückmeldungen zu toten Kitten durch Frühkastration erhalten. Zum Teil von Züchtern, die damit wieder aufgehört haben, aber auch von Kaufinteressenten, die ihr ins Herz geschlossenes Kitten doch nie mit nach Hause nehmen konnten.

Wunden verheilen bei einem Kitten sehr schnell. Das Risiko bei der Narkose ist aber höher. Das Immunsystem ist noch nicht richtig entwickelt, Infektionen bei so kleinen Kitten sind nur schwer mit Antibiotika zu behandeln, die Medikamente sind für so junge Tier oft gar nicht zugelassen. Die Lunge ist übrigens auch noch nicht "fertig". Dann hat man die Belastung vom Impfen, mit 8, 12 und 16 Wochen. Eigentlich braucht das Tier auch mal eine Pause...

Pro

  • Die Frühkastration in einem Alter von 8-12 Wochen gibt dem Züchter die Sicherheit, dass mit seinen Tieren nicht ohne seinen Willen vermehrt wird.
  • Der reine Eingriff der Kastration wird von Kitten in diesem Alter sehr gut vertragen. Die Wundheilung ist schneller im Vergleich zu älteren Tieren. Die Operation ist einfacher, da die Keimdrüsen frei liegen und noch nicht von Fettgewebe überlagert sind.
  • Nach dem Einzug in das neue Zuhause bleibt eine Verhaltensänderung, basierend auf einer Hormonumstellung, aus.

Contra

  • Eingriff in den hormonellen Haushalt vor Eintritt und/oder Beendigung der Pubertät.
  • Wachstumsstörungen oder -verzögerungen, Kater entwickeln teilweise nicht den typischen Katerkopf
  • Weder die Lunge noch das Immunsystem sind bei einer Katze mit 8-12 Woche bereits voll ausgeprägt
  • In Folge der Operation können sich Abszesse bilden, eine Behandlung mit Antibiotika ist auf Grund möglicher Nebenwirkungen eine außergewöhnliche Belastung für den jungen Körper
  • Im Alter von 8, 12 und 16 Wochen sollte geimpft werden. Die jungen Katzen brauchen Zeit zur Regeneration des Immunsystems. Wann soll dann kastriert werden? 
  • Eine besondere Gefahr birgt die Narkose des jungen Tieres. Bietet Ihr Tierarzt Inhalationsnarkose für die Kitten?

Warum ist Kastrieren so wichtig?

  • "inaktive" Tiere sind glücklicher (Kein Stress durch den Geschlechtstrieb)
  • Vermeidung gesundheitlicher Risiken (Bleibt der Deckungsakt aus, kann es durch die hormonellen Veränderungen im Körper zu Erkrankungen wie Zysten, Gesäugetumoren oder Gebärmutterentzündung kommen)
  • Erhöhtes Risiko auf der Suche nach potentiellen Partnern (Auf der Suche nach einer Partnerin legen Kater weite Strecken zurück. Sie streunen umher, überqueren Straßen und Wälder und sind unachtsam. Die Gefahr von Auto- und Jagdunfällen steigt. Nicht zu vergessen sind blutige Revierkämpfe und dadurch schlimme Wunden bis hin zu Abszessen. Auch schwere Krankheiten wie FeLV, FIV etc. können übertagen werden)
  • Sie konzentrieren sich auf die Jagd und verkleinern so den Aktionsradius.
  • Kater markieren nicht.
  • Tierschutz!

Wann soll ich meine Katze kastrieren? Was ist zu beachten?

Ein guter Zeitpunkt für die Kastration der Katze ist nach Beendigung des Zahnwechsels mit ca. 6 Monate. Zahnen ist eine nicht unerhebliche Belastung für eine junge Katze. Lassen sie Ihre Katze rechtzeitig vor dem angedachten Termin untersuchen.

Inhalationsnarkose bietet die geringste Belastung für Ihr Tier. Der Abbau der Narkose muss nicht wie sonst üblich über die Leber/Niere verstoffwechselt werden.